Fernstudium Mathematik

Das Fernstudium Mathematik ist in Deutschland bis einschließlich Master möglich. Der Studienumfang beträgt für den Bachelor 180 Leistungspunkte, die sich auf das Hauptfach Mathematik und ein Nebenfach, das Informatik, Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre sein kann, verteilen.

Zum Studium berechtigt das Abitur, ein einschlägig fachgebundenes Abitur. Je nach Art der beruflichen Vorbildung ist auch ein Zugang ohne Abitur möglich; das muss aber im Einzelnen geprüft werden und kann auch eine Zugangsprüfung erfordern.

Das Fernstudium Mathematik erfordert wie alle anderen Studiengänge auch einen PC mit Internetzugang. Dazu kommt natürlich noch ein Drucker und eine E-Mail-Adresse. Das dürfte aber heutzutage kein Problem darstellen. In einigen Fällen – Seminare, Praktika, Prüfungen – ist eine Präsenzpflicht gegeben. Große Fernuniversitäten haben zumindest für die Prüfungen Stützpunkte außerhalb des Campus, so dass nicht so weit gereist werden muss.

Das Fernstudium Mathematik setzt sich aus einzelnen Modulen zusammen, denen ECTS-Punkte zugeordnet sind. Im ersten Studienabschnitt ergeben sich – mit Ausnahme des Wahlfaches – kaum Wahlmöglichkeiten. Zu den einzelnen Modulen gehören beispielsweise Mathematische Grundlagen, Einführung in die imperative Programmierung, Analysis, Zahlentheorie, Lineare Algebra, Einführung in die Stochastik, Numerische Mathematik, Differentialgleichungen und Lineare Optimierung. Die Leistungsanforderungen in Informatik umfassen unter anderem Datenstrukturen, Betriebssysteme und Rechnernetze, Datenbanken und die Einführung in die objektorientierte Programmierung. Der Betriebswirtschaftler befasst sich mit dem Rechnungswesen und finanzierungs- und entscheidungstheoretischen Grundlagen der BWL, der Volkswirtschaftler mit der Makroökonomie, der Theorie der Marktwirtschaft und dem Marktversagen. Das Nebenfach kann entfallen, wenn die Kenntnisse beispielsweise durch ein Vorstudium nachgewiesen werden können. Den Abschluss bildet die Bachelor-Thesis.

Für den Master-Studiengang in Mathematik sind 120 Leistungspunkte zu erreichen. Auch hier sei eine Auswahl der Module angegeben: Parametrische Optimierung, Anwendungsorientierte Funktionalanalysis, Wahrscheinlichkeitstheorie, Mathematische Grundlagen von Multimedia oder Mathematische Methoden der Physik und Technik. Nach der erfolgreichen Abarbeitung der vorgesehenen Module schließt das Studium mit der Abschlussarbeit ab.

Mathematik ist ein recht theoretisches Fach, dessen vollständige Kenntnisse im betrieblichen Alltag meist nicht erforderlich sind. Wer schon im Erwerbsleben steht, hat oft genauere Vorstellungen, was er an Wissen noch braucht. Falls dies ein Teilgebiet der Mathematik sein sollte, könnte man dies als „Schnupperstudium“, allerdings ohne konkreten Abschluss, empfehlen. Aufgrund des hohen Theoriegrades wird die Schwierigkeit meist darin liegen, die mathematischen Kenntnisse für den betrieblichen Alltag nutzbar zu machen.

Für spezielle Anwendungsfälle werden weitere Fernlehrgänge angeboten, die allerdings nicht mit einem akademischen Grad enden. Solch ein Lehrgang kann etwa die Finanzmathematik, die sich speziell mit der Zinsrechnung befasst, sein.

Dazu kommen noch Kurse in Mathematik, um ein bestimmtes Schulniveau, etwa Realschule oder Abitur, erreichen zu können. Diese Kurse dürften für die praktische Anwendung keine Bedeutung haben.

Das Fernstudium Mathematik eignet sich auch nur sehr begrenzt als Quereinstieg für das Lehramt. Da müssen noch andere Voraussetzungen vorliegen, um dann mit einem weiteren Studium in der Fachrichtung Pädagogik wenigsten ansatzweise die Voraussetzungen dafür zu schaffen.